Frieden unter der Haut
Die Künstlerin Petra Webersik hatte sich bei uns um den FRAUEN-KULTUR-PREIS mit Fotos, Collagen, einer Skulptur mit folgendem Text beworben:
Kann ich wirklich in Frieden leben, wenn ich viele Wunden, Erfahrungen und Erinnerungen an
gewaltvolle Szenen und Kommunikation in mir trage?
Und, wie kann ein Mensch, der glücklicherweise diese Erfahrungen nicht machen musste, verstehen, was mir widerfuhr?
Gelangt man mit mehr Transparenz zu mehr Verständnis und einem friedvolleren Umgang
und Miteinander?
Oder schafft man nur eine Angriffsfläche und weitere Auseinandersetzungen?
Und wenn durch mehr Transparenz und das Heilen der eigenen Wunden ein innerer Frieden
entsteht, wird das nähere Umfeld auch diesen Frieden spüren, spiegeln und womöglich selbst in Frieden gelangen?
Beginnt Frieden immer bei mir?
Bin ich mutig genug, um für meinen eigenen Frieden einzustehen?
Wie kann ich mit meinen Fähigkeiten und Talenten zum Frieden beitragen?
Kann man eine Lüge durch die Wahrheit in Frieden verwandeln?
Warum ecke ich an und werde als Störenfried wahrgenommen, wenn ich Fragen stelle
und etwas über meine Vergangenheit in Erfahrung bringen möchte?
Ist der „Krieg“, dem wir in unserer Kindheit ausgeliefert waren, wirklich vorbei?
Oder wird er heute noch fortgesetzt?

Seit geraumer Zeit wandelt sie auf den Spuren ihrer Vergangenheit. So wie sie Unterstützer
und Wegbereiter fand, stieß sie auch immer wieder auf Gegenwind. Sie, die immer fröhliche und farbige Werke schuf, entschied sich das erste Mal in ihrem Leben, die Gewalt und die rauhe Dunkelheit ihrer Geschichte zu erzählen und in ihren Werken zu thematisieren.
Sie fragte sich auch: Ist es künstlerisch darzustellen, wie furchtbar diese Zeit als Verschickungskind in fünf Heimen war und kann das mein persönlicher Weg in den Frieden sein? Das Ergebnis dieses künstlerischen Prozesses wird am 23. Mai 2026 im Kunsthaus Lisa erstmalig zu sehen sein – die Exponate hängen bis Ende September – und dann als nächstes im November auf dem Bundeskongress der Verschickungskinder vom 19.- 22. November in Wyk auf Föhr.
